Familienverbände fordern drei Erziehungsjahre bei der Rente

Gerechtigkeitslücke schließen

Hannover, 25. September 2012

Für die verbesserte Anrechnung der Kindererziehung bei der Rente hat sich Alfons Gierse, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Familienverbände in Niedersachsen (AGF), vor dem Hintergrund der aktuellen Rentendebatte ausgesprochen. "Kinder, die vor 1992 geboren wurden, dürfen nicht anders behandelt werden als jüngere", betonte Gierse. Diese offenkundige Gerechtigkeitslücke müsse bei einer Rentenreform auf jeden Fall geschlossen werden.

Außerdem fordern die Familienverbände zeitgleich die Einführung einer kinderzahlbezogene Differenzierung der Beiträge sowohl in der gesetzlichen Rentenversicherung wie auch in der Pflege- und Krankenversicherung, ohne dass dadurch eine Minderung der Leistung entsteht. Die Umsetzung dieses vom Bundesverfassungsgericht geforderten Reformschritts in den Sozialversicherungen stehe immer noch aus, kritisiert der Verbandsvorsitzende.

"Nach dem Rentenreformgesetz von 1992 werden für Kinder, die ab dem 01.01.1992 geboren wurden, drei Jahre Kindererziehungszeiten bei der Rente angerechnet, für Kinder, die vor dem 01.01.1992 geboren wurden, ist es lediglich ein Jahr. Diese Stichtagsregelung ist ungerecht und berücksichtigt nicht in angemessener Weise den generativen Beitrag zur Rentenversicherung von Familien, deren Kinder vor dem Stichtag geboren wurden," erläuterte Gierse.

Um die drohende Altersarmut zu verhindern brauche es darüberhinaus einen flächendeckenden Mindestlohn, eine Zurückdrängung prekärer Beschäftigungsverhältnisse und eine solidarische Mindestrente. Bei einem durchschnittlichen Bruttomonatslohn von 2500 Euro bleibe kaum Spielraum für eine private Altersvorsorge, stellen die Familienverbände fest. "Selbst die Anrechnung von drei Erziehungsjahren gleichen die beitragsmäßigen Einbußen durch Erwerbsunterbrechungen, Teilzeitarbeit und Karriereknick vor allem von Frauen selten aus", so der AGF-Vorsitzende.

Für weitere Informationen:

Alfons Gierse, Vorsitzender, Tel. 04441-872-203, E-Mail: agierse@bmo-vechta.de Christine Volland, Geschäftsführerin, Tel. 0511-3604-110, E-Mail: geschaeftsstelle@agf-niedersachsen.de