Familien brauchen - auch - mehr Zeit!

Familienverbände fordern konkrete Maßnahmen

Hannover, 14. März 2012

Die Arbeitsgemeinschaft der Familienverbände in Niedersachsen (AGF) unterstützt das Ziel der Bundesregierung, mit einer eigenständigen Familienzeitpolitik die Rahmenbedingungen für Familien zu verbessern. „Die mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eine der größten Baustellen der Familienpolitik. Wir begrüßen es, dass die Bundesregierung mit dem heute veröffentlichten 8. Familienbericht dieses Thema aufgegriffen und als gesellschaftliche Aufgabe etabliert hat“, sagte Alfons Gierse, Vorsitzender der AGF. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft seien gemeinsam gefordert, Zeitstrukturen im Interesse der Familien neu zu gestalten. Dabei muss berücksichtigt werden, dass auch Zeitpolitik für Familien die freie Wahl der Lebensführung ermöglichen muss.

Gierse kritisierte allerdings, dass der Bericht zu weiten Teilen unverbindlich gehalten sei und auf freiwillige Anreize setze. Zwar habe die Berichtskommission konkrete Handlungsempfehlungen vor allem aus den Bereichen Arbeitswelt und Arbeitsrecht vorgeschlagen, diese würden von der Bundesregierung jedoch nicht aufgegriffen. Dabei seien die empfohlenen Maßnahmen etwa im Teilzeit- und Befristungsgesetz durchaus geeignet, dem Zeitstress, unter dem viele Familien leiden, abzuhelfen. „Gerade die Wirtschaft als Taktgeber muss die Familien stärker in den Blick nehmen. Die Politik ist gefordert, dort bald gesetzliche Regelungen zu schaffen, wo freiwillige Vereinbarungen der Sozialpartner nicht greifen“, so Gierse. So fehlt etwa nach wie vor ein Rechtsanspruch für die Familienpflegezeit.

Für weitere Informationen:

Alfons Gierse, Vorsitzender, Tel. 04441-872-203, E-Mail: agierse@bmo-vechta.de Christine Volland, Geschäftsführerin, Tel. 0511-3604-110, E-Mail: geschaeftsstelle@agf-niedersachsen.de