Elterngeld Plus tritt in Kraft – Familienverbände finden Teilzeit-Korridor zu eng!

Hannover, 06. Juli 2015

Für Kinder, die ab dem 01.07.2015 geboren werden, gibt es eine neue Elterngeld-Regelung. Eltern, die in Teilzeit arbeiten und ihr Kind betreuen, können die Bezugszeit für das Elterngeld von 14 auf 28 Monate verdoppeln. Das Elterngeld wird dafür dann halbiert. Unter bestimmten Bedingungen gibt es noch Bonusmonate. Hier setzt jedoch auch unsere Kritik an:

„Die Öffnung und Erweiterung bei Teilzeiterwerbstätigkeit ist gut, da die Partnerschaftlichkeit in der Beziehung gefördert wird, der Teilzeit-Korridor für die Bonusmonate ist nach Erfahrung von Erziehenden jedoch viel zu eng,“ sagt Monika Placke, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Familienverbände Niedersachsen (AGF). „Beide Eltern müssen zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche parallel arbeiten um die Bonusmonate zu bekommen. Das finden wir unrealistisch. Das bedeutet, dass Eltern kaum gemeinsame Zeit haben und sogar noch ein paar Stunden zusätzliche Betreuung für ihr Kind brauchen, wenn die Arbeitszeiten sich überschneiden. Für Alleinerziehende sind die Anspruchshürden besonders hoch.“

Nach Ansicht der Familienverbände wird das Elterngeld Plus jungen Eltern mehr Flexibilität ermöglichen. Gleichzeitig verkompliziert sich die Beantragung und der bürokratische Aufwand wird erhöht. „Wir sehen einen erhöhten Beratungsbedarf auf unsere Beratungsstellen zukommen,“ so das Fazit von Monika Placke.

Kontakt:

Monika Placke, Tel. 0541-25584, E-Mail info@vamv-niedersachsen.de Christine Volland, Tel. 0511-3604-110, E-Mail geschaeftsstelle@agf-niedersachsen.de