Armutsquote in großen Familien in Niedersachsen jetzt bei 32,7%

Arbeitsgemeinschaft der Familienverbände in Niedersachsen fordert Politik zu stärkerem Engagement auf

Hannover, 18. Dezember 2007

„32,7 % der niedersächsischen Haushalte mit 5 und mehr Personen lebten 2006 in Armut, obwohl die Gesamtarmutsquote leicht um 0,3 % zurückgegangen ist. Dies ist ein alarmierender Befund“, so Bernd Heimberg, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Familienverbände in Niedersachsen, anlässlich der neuesten Zahlen im Niedersächsischen Armuts- und Reichtumsbericht 2007 des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik.

Es zeigt sich deutlich, dass Eltern die Kosten der Kindererziehung und Bildung zu großen Teilen privat zu tragen haben, während der Nutzen, den Kinder gesellschaftlich erbringen, durch die sozialen Sicherungssysteme weitgehend kollektiviert ist. Die Armut von Eltern hat unmittelbare Auswirkungen auf die Kinder. Soziale Ausgrenzung, Bildungsbenachteiligung, psychosomatische Krankheiten, Rückzugstendenzen und Entwicklungseinschränkungen sind oftmals die Folgen. So haben in Niedersachsen 2006 mehr Eltern und junge Menschen erzieherische Hilfen in Anspruch genommen als 2005, beispielsweise sozialpädagogische Familienhilfe (+ 9%), Unterbringung in stationären Einrichtungen der Hilfen zur Erziehung (+6 %) und Soziale Gruppenarbeit/Erziehungsbeistand (+ 12%).

„Dies sind besorgniserregende Zahlen, die eine eindeutige familienbezogene Ausrichtung der Landes- und Kommunalpolitik mit einer Verstärkung der präventiven familienunterstützenden und familienbegleitenden Angebote und Einrichtungen erfordern“, meint Bernd Heimberg weiter.

Aus Sicht der AGF gibt es Handlungsbedarf auf vier Ebenen:

Arbeitsgemeinschaft der Familienverbände in Niedersachsen

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Tel: 0511/3604 - 110, Fax: -130
eMail: geschaeftsstelle@agf-niedersachsen.de

Kontakt und v. i. S. d. P.
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Christine Volland, Geschäftsführerin, Tel: 0511/3604-110