Armut in Familien: Kein Rückgang trotz guter Konjunktur

AGF fordert Reduzierung der Mehrwertsteuer auf kinderbezogene Produkte und Dienstleistungen

Hannover, 10. Dezember 2008

Die aktuellen Zahlen des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen (LSKN) belegen mit neuer Methodik und besserer Auswertung erstmals belastbare Zahlen zur Armut bei Kindern und in Familien nach den verschiedenen Familienformen und Haushaltsgrößen. Besonders überdurchschnittlich von Einkommensarmut betroffen sind Alleinerziehende von 27,2 % (mit einem Kind; 2006: 24 %) bis 46,3 % (mit drei und mehr Kindern; 2006: 44 %) und kinderreiche Familien mit 27,3 % (2006: 26 %).

„Die wirtschaftlichen Boomjahre 2006 und 2007 haben keinen Rückgang der Armut bewirkt, und die sich abzeichnende Rezession wird die Situation verschärfen“, so Bernd Heimberg, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Familienverbände. Vor diesem Hintergrund wird der Sonderfonds „DabeiSein!“ begrüßt, den die Landesregierung im Rahmen des „Bündnis für alle Kinder“ eingerichtet hat. Er kann zwar die Armut nicht beseitigen, aber zusammen mit anderen Maßnahmen dazu beitragen, die Auswirkungen der Armut auf Kinder zu mildern und den benachteiligten Kindern die Teilnahme an Bildungs- und Freizeitangeboten ermöglichen. Auch Zuschüsse des Landes zur Familienerholung für einkommensarme Familien können eine Hilfe in finanziell schwieriger Situation sein. „Grundsätzlich bedarf es jedoch anderer Maßnahmen, wie z.B. eigene Regelsätze für Kinder und eine Reduzierung der Mehrwertsteuer auf kinderbezogene Produkte und Dienstleistungen“, meint Bernd Heimberg weiter.

Die Arbeitsgemeinschaft der Familienverbände in Niedersachsen hat zur Reduzierung der Mehrwertsteuer eine Postkartenaktion gestartet, mit der der Bundesfinanzminister zum Handeln aufgefordert wird.

Informationen über Zuschüsse zur Familienerholung und Vermittlungsstellen in Niedersachsen können unter www.agf-niedersachsen.de abgerufen werden.

Arbeitsgemeinschaft der Familienverbände in Niedersachsen

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Tel: 0511/3604 - 110, Fax: -130
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