Beiteiligung an der Landesarmutskonferenz

Seit ihrer Gründung 1995 ist die AGF in der Landesarmuskonferenz vertreten und setzt sich dort insbesondere für die Belange von einkommensarmen Familien ein.

Gründungserklärung Landesarmutskonferenz Niedersachsen

Die unterzeichnenden VertreterInnen der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen, des DGB-Landesbezirks Niedersachsen / Bremen, von Verbänden und von Initiativen auf Landesebene beschließen hiermit die Gründung einer "Landesarmutskonferenz Niedersachsen". Das Ziel der Landesarmutskonferenz ist eine konzertierte Aktion gegen Armut und Arbeitslosigkeit auf Landesebene."

Die Armutssituation in Niedersachsen spitzt sich zu:

Dieser Entwicklung gegenzusteuern soll zentrale Aufgabe der "Landesarmutskonferenz Niedersachsen" sein. Die Dramatik der gegenwärtigen Entwicklung, in der Betroffene eher Diffamierung und Ausgrenzung als Solidarität erfahren, erfordert die Bündelung und Abstimmung der politischen Akteure, die sich für soziale Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft einsetzen. Neue institutionelle Arrangements der Kooperation, Koordination und Selbstorganisation sind notwendig. Hierzu gehört die Institutionalisierung einer Landesarmutskonferenz in Niedersachsen. Sie soll ein neues Instrument gemeinsamer Aktionen sein, als politische Initiatorin, Moderatorin und Koordinatorin wirken. Gemeinsam mit den Betroffenen, den regionalen und örtlichen Initiativen soll deren sozialpolitischen Forderungen auch landespolitisch ein besonderes Gewicht gegeben werden. Zu den konkreten Aufgaben soll gehören, den gesellschaftlichen Skandal von Armut im Reichtum zu verdeutlichen, Ursachen und Verursacher zu benennen und Vorschläge zur Bekämpfung der Armut auf Landesebene zu entwickeln.

Diese Erklärung wurde unterzeichnet von:

Hannover, den 22.06.1995

Landesarmutskonferenz Niedersachsen Geschäftsordnung

  1. Die Landesarmutskonferenz Niedersachsen ist ein in regelmäßigen Abständen tagendes Forum der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen, des DGB-Landesbezirks, von Verbänden und von Initiativen auf Landesebene, die mit ihrer fachlichen Arbeit dazu beitragen, das Armutsproblem zu überwinden und/oder die Selbsthilfeansätze der von Armut betroffenen oder bedrohten Bevölkerungsgruppen repräsentieren.
  2. Die Landesarmutskonferenz versteht sich als regionale Initiative zur Nationalen Armutskonferenz in Niedersachsen. Sie ist ein Forum, das einen Beitrag zur Vernetzung der Aktivitäten gegen Armut leisten will. Daraus ergeben sich insbesondere folgende Aufgaben:

- Beratung über die Entwicklung von Armut und Armutsbekämpfung in Niedersachsen - Förderung gemeinsamer Aktivitäten der beteiligten Verbände und Initiativen zur Bekämpfung von Armut und ihren Folgeerscheinungen, z.B. durch fachpolitische Foren, Hearings u. a. - Formulierung gemeinsamer Stellungnahmen und Durchführung öffentlichkeitswirksamer Aktionen Die Landesarmutskonferenz sucht die Zusammenarbeit mit lokalen Armutskonferenzen und Zusammenschlüssen, die die in Absatz 1 formulierten Ziele verfolgen; sie kooperiert mit der Nationalen Armutskonferenz und hält über diese Kontakt zum Armutsnetzwerk der EG. 3. Die Konferenz setzt sich zusammen aus Mitgliedern und Gästen. Mitglieder sind: a. Die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen, der DGB-Landesbezirk Niedersachsen/Bremen und Verbände und Initiativen im Sinne des Absatz 1. b. Mit Gaststatus arbeiten in der Konferenz darüber hinaus weitere Personen und Gruppierungen sowie Gebietskörperschaften beratend mit. Die Mitglieder entscheiden über Aufnahme oder Ausschluss von Mitgliedern und Gästen. 4. Im Hinblick auf Beschlüsse hat jedes Mitglied eine Stimme. Um den Konsens zu fördern, aber zugleich die Arbeits- und Entscheidungsfähigkeit der Konferenz sicherzustellen, werden Entscheidungen grundsätzlich mit mindestens zwei Drittel der anwesenden Mitglieder getroffen. Nichtkonsensfähige Stellungnahmen werden nur von den zustimmenden Verbänden und Initiativen gezeichnet. 5. Die Konferenz tagt regelmäßig mindestens zweimal im Jahr. Sie bildet bei Bedarf Arbeitsgruppen. 6. Die Konferenz wählt jeweils für 1 Jahr zwei gleichberechtigte Sprecher/innen, davon mindestens eine Frau. Diese bereiten die Sitzungen vor und sind Vertreter/innen der Landesarmutskonferenz Niedersachsen nach außen. In begründeten Fällen kann die Konferenz von dieser Regelung abweichen. 7. Mitglieder zahlen einen jährlichen Mindestbeitrag zur Deckung der laufenden Kosten in Höhe von 100,- EUR. Bei Bedarf kann dieser Beitrag ermäßigt oder erlassen werden. Aktivitäten werden im Einzelfall durch die Beteiligten finanziert (Umlageverfahren, Bürgschaften). Zur Deckung entstehender Kosten sollen bei Bedarf Spendenmittel beschafft werden. 8. Mit der laufenden Verwaltung und Mittelbewirtschaftung wird ein Mitglied der Landesarmutskonferenz betraut. Dieses legt gegenüber der Landesarmutskonferenz einmal jährlich Rechenschaft ab.

Hannover, den 20.11.05